Harfe „geschnuppert“

Moin Moin!
In meinem erholsamen Urlaub auf der Nordseeinsel Föhr kam ich in den Genuss einer Harfen-Schnupperstunde. Die italienische Harfenistin Assia Cunego war zu Gast auf der Insel, gab mehrere Konzerte in der St. Johannis Kirche in Nieblum, dem sogenannten „Friesendom“, und bot Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene an.Schon lange fasziniert mich die Harfe, Klang und Form dieses Instruments. Wie ein Kind habe ich mich auf die Stunde gefreut, ganz geflasht etwas Neues zu lernen. Die Technik, insbesondere Griffweise der Finger, war für mich als Pianistin reichlich ungewohnt und erforderte ordentlich Konzentration. Am Ende der Stunde konnte ich ein einfaches Menuett mit Melodie und Begleitung spielen, war ganz beseelt von dem wundervollen Klang der keltischen Harfe.

Schnupperstunde-Harfe-Insel Föhr-Nordsee

Am Abend besuchte ich ein Konzert von Assia. Sie spielte das „Canto Ostinato“ des niederländischen Komponisten Simeon ten Holt, ein meditatives Stück, welches ursprünglich für mehrere Klaviere geschrieben wurde und Assia Cunego eigens für Harfe arrangiert hat. Assia erzählt, dass sie dieses Stück bereits an die tausendmal gespielt hat, jedes mal unterschiedlich hinsichtlich Länge, Dynamik, Harmonik. Es ist bewusst so komponiert, dass es variiert werden kann…und soll. Insbesondere die Atmosphäre, Stimmung im Publikum etc. haben Einfluss auf die jeweilige Darbietung. Zunächst vernimmt der Zuhörer einzelne Motive, später setzen sich die Motive zu einer Melodie, einem immer wiederkehrenden Thema zusammen. Der Rhythmus –Sechzehntel Quintolen, also eine stetige Folge fünf aufeinanderfolgender Töne- läuft die ganze Zeit durch, erinnert an Meereswellen, mal stark und aufbrausend, mal leise, ruhig, friedlich. Bilder erscheinen vor meinem inneren Auge, tragen mich weit davon und versetzen mich in einen meditativen Zustand.
Über neunzig Minuten hinweg scheint Assia eine absolute Einheit mit ihrem Instrument zu bilden.
Einen Einblick erhält man hier (Ausschnitt aus einem Konzert in der Harfenakademie Sandstedt).

Für mich war es sehr inspirierend, Zugang zu einem neuen Instrument zu erlangen und mich mit kindlicher und spielerischer Neugierde an etwas Neues heran zu wagen. Eine erfrischende Erfahrung, die ich jedem -auch gerade Musikern- wärmstens empfehlen kann.

Die Noten vom Canto Ostinato (ursprünglich für vier Klaviere geschrieben) habe ich mir übrigens direkt nach meiner Rückkehr von Föhr bestellt. Ein ganz eigenes Notationssystem, welches ich nocht nicht so ganz durchblicke, aber ich bleibe dran.
Vielleicht wird in Zukunft ja ein neues Projekt mit drei weiteren PianistInnen geboren und am Rhein, vor dem Kölner Dom, in der U-Bahn oder wo auch immer zur Aufführung kommen.
Für alle Interessierten: hier ein Ausschnitt aus einem Konzert in Veldhoven.

Soweit für heute. Ich genieße jetzt erst mal die tropischen Spätsommertemperaturen.

Herzlichst
Kathrin

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