Auf den Spuren des heiligen Jakobus

Gerade habe ich die erste Etappe „meines“ Jakobsweges von Marburg nach Freudenberg bei Siegen bewältigt. Die Muskeln sind immer noch verkatert, die Müdigkeit groß. Ich muss gestehn: das Pilgern habe ich unterschätzt!

„Ich bin dann mal weg…“
Puh, der Jakobsweg ist kein Zuckerschlecken. Schmerzende Beine bei Tagesetappen von 20km (ohne vorheriges Üben), 7kg Gepäck auf dem Rücken, vom Regen triefende Klamotten, Begegnungen mit Schlangen (!!!) und häufiges Verlaufen durch mitunter schlechte Beschilderung des Jakobswegs ließen mich so manches Mal verzweifeln. Umso wertvoller die Erkenntnis, dass es immer irgendwie weitergeht und man sein Ziel -wie und wann auch immer- erreicht.
Der Alltag: weit weg.
Die Gedanken: leise.
Die Sinne: vollkommen wach.
Der Fokus: einen Schritt vor den anderen setzen, egal wie müde sich der Körper anfühlt, und Augen auf nach der Jakobsmuschel und den gelben Pfeilen.
Belohnt wurde ich mit zünftigen Abendessen, gemütlichen Pilgerunterkünften, wertvollen Begegnungen mit netten hilfsbereiten Menschen, wunderschönen kleinen Kappellen, die immer im richtigen Moment zum Verweilen einluden und einem all abendlichen Glücksgefühl darüber, eine weitere Etappe geschafft und Hindernisse erfolgreich bewältigt zu haben. Unbeschreiblich!!!
An meinem letzten Abend in Freudenberg kam ich dann tatsächlich noch in den Genuss von Kultur: auf der Freilichtbühne in Freudenberg entlang des Jakobswegs sah ich mir „Die 3 Musketiere“ an: Laiendarsteller aus der Umgebung, Ehrenamtler, die in monatelanger Arbeit Kulissen bauen, Kostüme schneidern und und und… Absolut rührend! Wer in der Gegend ist sollte sich das anschauen:
http://freilichtbuehne-freudenberg.de/
Ich bin fest entschlossen schon bald die zweite Etappe von Freudenberg bis Köln fort zu setzen.
In der Zwischenzeit ruft aber erst mal wieder die Musik: Mitsingkonzerte, Hochzeiten, freie Trauungen…es gibt viel zu tun!

Herzlichst
Eure Kathrin

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